Gemeinde Senden

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Im Gespräch: Windenergie

Das Thema „Windenergie“ polarisiert. Auf der einen Seite gibt es Bürgerinitiativen, die auf potentielle Beeinträchtigungen durch Windräder mit großen Hinweistafeln aufmerksam machen. Auf der anderen Seite kann es den Klimaschützern mit dem Bau der Windanlagen gar nicht schnell genug gehen. Auch in der Gemeinde Senden gehen die Meinungen weit auseinander; nach wie vor gibt es auf dem Gemeindegebiet noch kein einziges Windrad. Um das Thema sachlich beurteilen zu können, hier die wichtigsten Informationen:

Der Gemeindeentwicklungsausschuss des Rates der Gemeinde Senden hat im Juli 2013 beschlossen, den Flächennutzungsplan der Gemeinde Senden für einen sachlichen Teilflächennutzungsplan „Windenergie“ zu ändern. Ziel der Änderung ist es, Konzentrationszonen für Windenergieanlagen auszuweisen. Das bedeutet, dass nur innerhalb dieser Zonen Windenergieanlagen errichtet werden können (sog. Ausschlusswirkung).

Einflussfaktoren auf kommunaler Ebene
Die Verwaltung hat zwei Bürgerinformationsveranstaltungen durchgeführt, um das Flächenszenario vorzustellen. Im Sommer 2018 erfolgte dann die so genannte „öffentliche Auslegung“. Viele Menschen haben diese Gelegenheit genutzt, um Anregungen und Bedenken zu äußern. Aufgrund dieser Stellungnahmen wurde das Flächenszenario verkleinert und der Gemeindeentwicklungsausschuss hat eine erneute öffentliche Auslegung beschlossen. Im Rahmen dieser erneuten Offenlage sind bis zum 08.02.2019 insgesamt knapp 70 Stellungnahmen im zuständigen Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt eingegangen. Diese Anregungen und Bedenken werden derzeit gemeinsam mit den beteiligten Büros erfasst und ausgewertet.

Neue Regelungen auf Landesebene
Am 19.02.2019 hat das Landeskabinett den Entwurf des Landesentwicklungsplans verabschiedet. Dieser Entwurf enthält u. a. einen Grundsatz zum Abstand von Bereichen / Flächen für Windenergieanlagen. Soweit die örtlichen Verhältnisse dies ermöglichen, ist ein Abstand von 1.500 Metern zu reinen und allgemeinen Wohngebieten einzuhalten. Da es sich um einen Grundsatz handelt, kann von dieser Vorgabe auch abgewichen werden. „Gegebenenfalls ist dieses sogar erforderlich, um der Windkraft noch „substantiell genügend Raum“ zu geben“, erläutert Bürgermeister Sebastian Täger. Diese Vorgabe macht nämlich das Baugesetzbuch (Bundesrecht), denn Windenergieanlagen im Außenbereich sind grundsätzlich privilegiert und ein wichtiger Baustein zur Energiewende. Aktuell wird geprüft, welche Auswirkungen der Grundsatz auf das gemeindliche Flächenszenario hat.

Weiteres Vorgehen
Derzeit werden also die Abwägungsvorschläge ausgewertet und die Auswirkungen des Abstandgrundsatzes geprüft. Sobald hierzu Ergebnisse vorliegen, wird der Gemeindeentwicklungsausschuss wieder über das Flächenszenario beraten. „Wir sind momentan mitten im Verfahren, das Thema ist außerordentlich komplex“, so Klaus Stephan, Leiter das Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt. Und Carsten Busche, zuständiger Sachgebietsleiter, ergänzt: „Sobald alle Ergebnisse vorliegen, werden wir das Verfahren in gewohnter Weise transparent fortführen und auch die Öffentlichkeit entsprechend informieren.“

Alle Informationen zum Verfahren finden Sie hier.